Hausstaubmilben - Die Allergiegefahr aus der Matratze

Kaum jemandem dürfte die Vorstellung gefallen, inmitten von Spinnen zu liegen und zu schlafen. Doch genau das geschieht Nacht für Nacht, eigentlich in jedem Haushalt. Die Rede ist hier von Hausstaubmilben, diese gehören zur Familie der Spinnentiere. Die winzig kleinen, mit dem Auge nicht zu erkennenden Tiere sind an sich ungefährlich aber vor allem für Allergiker problematisch. Zum Glück gibt es einige Mittel und Wege sich und seine Gesundheit zu schützen.

Merkmale der Hausstaubmilbe - Ein Name und so viele Artgenossen

Dermatophagoides ist die lateinische Bezeichnung für die eher unter dem Namen Hausstaubmilbe bekannte Tiergattung, von der es weltweit 150 Arten gibt. Etwa 13 davon leben tatsächlich auch im Hausstaub und zwei davon kommen in unseren Regionen vor. Eine interessante Information vorab: Für diese kleinen Tiere - etwa 0,1 - 0,5 Millimeter groß - sind Lebensräume über 1200 Meter Höhe aufgrund der klimatische Bedingungen ungeeignet. Menschen, die in diesen Bergregionen leben, sind von diesem potenziellen Allergieauslösern also nicht gefährdet. Für besonders stark betroffene Allergiker wäre eine solche Wohngegend also ideal. In vielen Fällen helfen aber auch schon weniger drastische Maßnahmen, und Ordnung ist dabei sprichwörtlich „Nur das halbe Leben“, dazu gleich mehr.

Lebensraum Haushalt

Um sich die Ausbreitung von Dermatophagoides besser vorstellen zu können, denn die Tiere sind wie gesagt winzig klein und nicht erkennbar, hilft die Information, dass etwa 1500 Hausstaubmilben auf einem Gramm Staub leben. Diese Zahl ist durchaus beeindruckend und dürfte bei einigen Lesern einen ganz unbewussten Gedankensprung zu einem: Staubsauger, Besen oder Putztuch auslösen. Große Staubflocken, die sich oft unter Betten und Zimmertüren sammeln, sind natürlich schnell bereinigt. Grundsätzlich gilt, das Staub und somit auch die Hausstaubmilben besonders gerne auf textilen Oberflächen leben, dies sind zum Beispiel:

  • Sofas und Sessel
  • Teppiche (glatte Bodenbeläge wie Parkett, Fließen oder Laminat sind hygienischer, hier kann sich Staub nicht so leicht festsetzen und sind auch leichter zu reinigen)
  • Kissen und Decken
  • Kleidung und textile Accessoires
  • Betten insbesondere Matratzen und Matratzenbezüge (Es gibt spezielle Matratzen die besonders für Allergiker gut geeignet sind)

Allergieauslöser oder doch eher harmlos?

Die Hausstaubmilbe selbst ist ungefährlich und löst auch keine allergischen Reaktionen aus. Sie überträgt auch keine Krankheiten, deshalb ist Panikmache auch unnötig, in vielen Fällen hilft bereits kontinuierliches Anwenden von Reinigung und Hygiene. Problematisch aber ist der Kot, den die Tiere ausscheiden, dieser ist eiweißhaltig und trägt das P1-Antigen in sich. Der Kot verbindet sich mit dem Hausstaub. Das Einatmen des Staubs kann schließlich zu den unerwünschten allergischen Reaktionen führen, zu diesen gehören Atemwegserkrankungen wie: Schnupfen und Husten bis hin zu Asthma aber auch Hautkrankheiten, die durch Juckreiz und Pusteln für die Betroffenen äußerst unangenehm sind. Jeder zehnte Deutsche ist auf Hausstaubmilben beziehungsweise auf deren Ausscheidungen allergisch.

Die Hausstaubmilbe hält sich bevorzugt in der Nähe von Menschen oder Haustieren auf, ihre Hauptnahrung bezieht sie aus Hautschuppen und anderen vom Körper abgestoßenen Partikeln. Diesbezüglich ist die eigene Körperhygiene - etwa durch das Duschen und Auftragen von Körperlotionen ein probates Mittel sich die Hausstaubmilben möglichst fernzuhalten. Die kleinen Tiere können aufgrund ihrer sehr geringen Größe kaum Entfernungen zurücklegen, dafür nutzen sie vorhandenen Staub und andere Partikel, die sich in der Luft befinden, beziehungsweise etwa durch Wind durch die Luft verbreiten. Aber auch wir Menschen können dank unserer Kleidung als solche Transportmittel dienlich sein, das gilt auch für unsere Haustiere, hier können sich die Milben im Fell festsetzen und auch direkt Nahrung beziehen.

Das Risiko verschiedener Allergene steigt mit der Anzahl der bei einem lebenden Kleinorganismen. Wie bereits schon erwähnt, gibt es einige hilfreiche Tipps und Vorgehensweisen um die Population der vorhandenen Hausstaubmilben möglichst gering zu halten - eine vollständig milbenfreie Umgebung zu erreichen ist dabei kaum möglich - außer, wie ebenfalls schon erwähnt, in Lebensräumen über 1200 Meter Höhe, dort sind die Lebensumstände für Milben von Natur aus ungeeignet.

Für alle, die nicht in die Berge ziehen können oder möchten, gilt Folgendes zu beachten:

Reinigung von textilen Bodenbelägen

Textile Böden, also Teppiche bieten den Hausstaubmilben einen geeigneten Lebensraum. Je länger die Fasern umso besser kann sich hier auch der Staub an den Teppichfasern festsetzen. Daher sollte in Räumen mit Teppichböden oder auch bei losen Teppichen und Läufern besonders gründlich gesaugt werden. Fachhändler bieten zudem spezielle Teppichreiniger an, diese können mehrmals innerhalb eines Jahres zur Anwendung genutzt werden.

Vorauswahl des Bodenbelages

Je nach Möglichkeit sollte bereits vor dem Bezug der Räumlichkeiten darauf geachtet werden, welcher Bodenbelag wo zum Einsatz kommen soll. Dabei eignen sich Bodenbeläge wie: Parkett, Laminat, Linoleum oder Fließen, besser als die textilen Unterlagen. Auf den glatten Oberflächen kann sich Staub nicht so einfach festsetzen wie auf Teppichen, auch die Reinigung kann dabei gründlicher erfolgen.

Textile Möbel und Wohnaccessoires

Nicht nur die Böden spielen eine entscheidende Rolle, was das Vorkommen von Hausstaubmilben betrifft, ebenso sind auch textile Möbel oder Vorhänge und Rollos ein wichtiges Kriterium. Auch in diesen Bereichen gibt es einige geeignete Alternativen mit leicht zu reinigenden Oberflächen. Auch mit der steigenden Anzahl an Dekorationselementen steigt natürlich auch das Vorkommen der Hausstaubmilben. Hier sollte ebenfalls auf die gründliche Reinigung geachtet werden.

Schlafzimmer - Das Zentrum des Hausstaubmilben-Refugiums

Vielleicht nicht wortwörtlich zutreffend, aufgrund der Bedeutung aber richtig, ist, dass das Schlafzimmer einen besonderen Stellenwert im häuslichen Leben einnimmt. Dies gilt auch bei den Hausstaubmilben, denn in Schlafzimmern ist das Vorhandensein von Textilien grundsätzlich am höchsten.

Daher gilt es für diesen Lebensbereich mehrere Dinge zu beachten:

Bettwäsche - Unordnung ist die andere Hälfte des Lebens

Eingangs wurde schon mit dem Spruch “Ordnung ist das halbe Leben“ auf etwas Wichtiges hingewiesen. Besonders Hygiene und Reinlichkeit hilft vor einer möglichen Problematik, was Allergien - verursacht durch Hausstaubmilben angeht. Beim Bettenmachen kehrt sich dieser Grundsatz zumindest oberflächlich betrachtet in das Gegenteil. Hausstaubmilben bevorzugen ein warmes und feuchtes Klima, daher bleiben die Tierchen auch gerne unter der warmen Decke, auf dem Bettuch, dem Matratzenbezug oder in der Matratze. Beim morgendlichen Bettenmachen und der ordentlich ausgebreiteten Decke und den Kopfkissen kann die in der Nacht entstandene Bettwärme nicht gut weichen. Bleibt das Bett jedoch ungemacht - sprich unordentlich, dann kann sich das Klima viel schneller regulieren, die Wärme vom Bett abziehen, was den Hausstaubmilben nicht allzu sehr zusagt.

Gründliches Lüften - Schlafräume möglichst kühl und trocken halten

Um ein für den Menschen oder Allergiker bestmögliches Klima im Schlafraum herzustellen, sollten die Fenster geöffnet bleiben um kühle Nachtluft in das Schlafzimmer zu lassen. Jahreszeiten wie der Frühling oder Sommer sind daher für Betroffene besser zu ertragen, als die Monate bei denen geheizt werden müssen und ein ungeeignetes Raumklima vorhanden ist. Die Hochzeit wird im Herbst erreicht, hier kommt neben den oft noch warmen Außentemperaturen auch noch die Feuchtigkeit hinzu.

Stoffe reinigen und Kleidung aufräumen

Besonders wichtig ist die gründliche Reinigung von Bettwäsche aber auch von Matratzenbezügen. Viele Matratzenhersteller bieten deshalb auch abnehmbare Bezüge an, die bei 60 Grad Celsius gereinigt werden können. Kleidung im Schlafzimmer sollte stets in Kleiderschränken oder Wäschekörben verschlossen aufbewahrt werden. Natürlich gilt auch im Schlafzimmer der Grundsatz der gründlichen Reinigung der Bodenbeläge.

Die Matratze

In diesem Zusammenhang bildet die Matratze den wichtigsten Bereich im Schlafzimmer. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass zwischen der Auflage des liegenden Körpers und der Matratzenoberfläche besonders geeignete Lebensumstände für die Hausstaubmilben vorherrschen. Aufgrund der Körperwärme ist es hier warm und feucht, die Nahrung - Hautschuppen sind ebenfalls direkt vorhanden.

Daher sollten die textilen Matratzenbezüge oft gewaschen werden, grundsätzlich bieten führende Matratzenhersteller auch spezielle Matratzen (Hukla Magic Clean) an, die für Allergiker gut geeignet sind. Die ideale Matratze sollte außerdem bestmögliche Eigenschaften hinsichtlich Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsabsorbierung vorweisen. Dies wird mit einer Kombination aus speziellen Werkstoffen und textilen Fasern ermöglicht. Schlaftempel.de bietet hier eine geeignete Auswahl an wirksame und für Allergiker geeignete Matratzen. Weiterhin gibt es auch spezielle Matratzenüberzüge.

Fazit

Auch wenn Hausstaubmilben, besonders in Schlafzimmern eher ungebetene Gäste sind und eine grundlegende Raum- und Körperhygiene wichtig ist, gibt es keinen Grund zur Panik. Von den schlimmen allergischen Reaktionen auf den Kot der Hausstaubmilben und dem darin enthaltenen Bestandteil P1-Antigen, ist etwa nur jeder zehnte Deutsche betroffen. Die allergischen Reaktionen können dann aber bis hin zu lebensbedrohlichen Asthmaerkrankungen führen. Meist leiden die Betroffenen unter diversen Atemwegserkrankungen und oder Hautkrankheiten. Noch mehr interessante Informationen und anschauliches Material hierzu bietet unsere themenbegleitende Infografik “Dermatophagoides“.

 
Tags: milben, staubmilben, hausstaubmilben
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