11 kuriose Fakten zum Thema Schlaf

Schlafen gehört genauso zum Leben, wie das Atmen, Essen oder Trinken. Die morgendliche Frage des Partners oder der Eltern "Hast du gut geschlafen?" ist nicht nur freundlich gemeint, sondern hat auch einen interessanten, kuriosen und zum Teil sehr lustigen Hintergrund.

Die folgenden elf Studien und Fakten über das Schlafen zeigen auf, wie wichtig der Schlaf in einer angemessenen Menge für uns Menschen und unseren Körper ist.

1. Für uns Menschen ist die ideale Schlafdauer sieben Stunden. Bedenkt man nun, dass sich Tiger am Tag bis zu 16 Stunden ausruhen, so sind die sieben Stunden, die wir Menschen optimaler Weise benötigen, doch sehr übersichtlich. Eine Schlange kann das alles sogar noch toppen, denn diese Reptilien können sogar bis zu drei Jahre am Stück schlafen. Eine Giraffe wiederum gibt sich mit zwei Stunden Schlaf am Tag zufrieden und ist dennoch fit.

2. Doch was passiert eigentlich während der Schlafphase so mit uns? Wir selbst werden das nicht wirklich feststellen können, denn während des Schlafes sind wir nicht so richtig da, sodass wir auf die Ergebnisse von Schlafstudien vertrauen müssen. Eine solche Studie belegt nun die Tatsache, dass ein Mensch im Durchschnitt ca. 25 Mal aufwacht und das in nur einer Nacht. Jedoch nur selten oder gar nicht können wir uns daran erinnern. Uns an eine Wachphase erinnern, können wir uns erst, wenn diese ein paar Minuten andauert.

3. Ein kurzes Nickerchen tut nicht nur Erwachsenen gut, sondern auch unseren Babys. Rebecca Gomez von der University of Arizona in Tucson konnte 2006 in einer Studie zeigen, dass der kurze Schlaf nicht nur erholsam ist, sondern auch die Sprachentwicklung der Kinder fördert. In ihrer Studie brachte die Psychologin insgesamt 48 Kleinkindern kurze Sätze in einer künstlichen Sprache bei. Diese Sätze bestanden aus drei Wörtern, von welchen stets das erste Wort mit dem letzten Wort einen logischen Zusammenhang besaß. Die im Anschluss durchgeführten Tests bewiesen, dass Babys, welche kurz zuvor einen dreißig minütigen Schlaf hatten, die Zusammenhänge deutlich besser begriffen. Schon faszinierend, wofür der Schlaf so gut sein kann.

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4. Es mag seltsam klingen, aber selbst neugeborene Babys lernen im Schlaf, wie eine von Dana Byrd von der University of Florida in Gainesville durchgeführte Studie zeigt. Sie spielte insgesamt 34 Babys, welche zwischen 10 und 73 Stunden alt waren, einen Ton in bestimmten Abständen vor, während die Babys sich im Schlaf befanden. Dem Ton folgte jedes Mal ein leichter Luftstoß auf das rechte Augenlid. Der dahinter stehende Gedanke: Der Proband lernt, dass auf den Ton ein Luftstoß folgt. Das Ergebnis: Schon bald folgte eine automatische Reaktion auf den Ton, ein Zucken des Augenliedes. Selbst die schlafenden Babys verstanden das schnell. Bei 24 Babys folgte die Reaktion auf den Ton, bereits bei etwa 20 Minuten.

5. Schlank werden im Schlaf? Klingt komisch, ist aber tatsächlich so! Denn im Schlaf schüttet unser Körper das Sättigungshormon Leptin aus. Hierdurch verspüren wir keinen Hunger! Haben wir also viel bzw. ausreichend Schlaf, so nehmen wir tatsächlich ab. Leichter geht es wohl kaum. Anders sieht es bei wenig Schlaf aus: Der Körper schüttet nun vermehrt das Hormon Ghrelin aus, was auch Hungerhormon genannt wird. Und wie der Name es schon sagt, löst dieses Hormon das Hungergefühl aus und mehr Essen sorgt eben für mehr Kilos auf unseren Rippen.

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6. Der Schlaf ist die beste Vorbereitung auf eine Klausur. Aus diesem Blickwinkel scheint es unnötig zu sein, sich vor einer wichtigen Klausur die Nacht um die Ohren zu schlagen. Das ist zumindest das Ergebnis eines schweizerisch-deutschen Forscherteams von 2008. Die Wissenschaftler gaben 18 verschiedene Listen mit je 15 Wörtern an die Freiwilligen aus. Einige von ihnen wurden im Anschluss ganz bewusst wach gehalten, während andere schlafen durften. Wiederum andere erhielten die Liste erst, nachdem sie am nächsten Morgen ausgeschlafen hatten. Jede Gruppe machte natürlich viele Fehler, doch welche der drei Gruppen machte wohl die meisten? Genau, es waren diejenigen mit dem geringsten Schlaf. Jeder ausgeruhte Teilnehmer schaffte im Schnitt eine doppelt so gute Leistung.

7. Der Spruch, "Erst Mal eine Nacht drüber schlafen!", kommt nicht von ungefähr. Im Gegenteil denn vor einer schwierigen Entscheidung sollte unbedingt erst geschlafen werden. Manche Probleme lösen sich im Schlaf ganz von allein und das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. So erhielten die Probanden von Jan Born von der Universität Lübeck in seiner Studie von 2004 eine Aufgabe, in welcher Zahlenreihen nach zwei Regeln bearbeitet werden sollten. Im Anschluss konnten die Teilnehmer zwischen Wachbleiben und acht Stunden Schlaf wählen. Danach sollte die Aufgabe abermals gelöst werden. Und das Ergebnis erstaunte: Insgesamt 60 % der Ausgeschlafenen konnte das Problem nun lösen, während dieses nur 22 % der wach gebliebenen gelang.

8. Der Mensch verbringt in einem durchschnittlichen Leben ungefähr sechs Jahre mit Träumen. Das sind immerhin mehr als 2100 Tage. Eine ganze Menge Zeit! Doch wer schnarcht, verschnarcht, im wörtlichen Sinne, einige Träume. Es ist uns nämlich nicht möglich, parallel zu schnarchen und zu träumen. Bis auf einen Traum über das Bäume fällen, wäre da sicherlich eh nichts Brauchbares dabei. Der Weltrekord im Schnarchen liegt im Übrigen bei einer Lautstärke von 92 Dezibel. Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr die Lautstärke eines Presslufthammers. Die Ehefrau des Weltrekordhalters soll taub auf einem Ohr sein. Anders hält sie es wohl auch nicht aus!

9. Schlafmangel lässt sich schnell aufholen. Ständig nachts wach zu werden und sich am nächsten Morgen wie gerädert fühlen ist auf Dauer absolut nervtötend. Durch David Dinges von der University of Pennsylvania wurde jedoch herausgefunden, dass chronischer Schlafmangel durch Extraschlaf, zum Beispiel am Wochenende aufgeholt werden kann. Insgesamt 159 Probanden im Alter von 22 bis 45 Jahren nahmen an diesem Experiment teil. In den ersten beiden Nächten durften sie sich zehn Stunden lang ins Bett legen. An den folgenden fünf Tagen verringerte sich die Schlafdauer auf lediglich vier Stunden pro Nacht. Für den Erholungsschlaf wurden die Teilnehmer in insgesamt sechs Gruppen eingeteilt, welche zwischen keiner Sekunde und zehn Stunden schlafen durften. Tagsüber wurden die Probanden auf ihre Reaktionszeit oder Konzentrationsfähigkeit untersucht. Hierbei stellte sich heraus, dass die Werte unmittelbar nach der Kurzschlafphase deutlich schlechter waren. Je mehr Erholungsschlaf die Teilnehmer bekamen, umso besser wurden die Ergebnisse. Demnach hatten die Teilnehmer mit einem Erholungsschlaf von zehn Stunden die besten Werte vorzuweisen.

Risiko Schlafmangel

10. Frischgebackene Eltern verlieren ca. fünf Monate ihrer Schlafzeit. Wird bedacht, dass die optimale Schlafzeit sieben Stunden pro Nacht beträgt, so ist das eine Menge Schlafzeit, die einem Elternpaar in der ersten Zeit verloren geht. Diese Tatsache erklärt nun auch, wieso die Anfangsphase mit einem Neugeborenen für die Eltern so anstrengend ist. Es ist nicht nur der kurze Schlaf, oftmals wird dieser auch noch mehrmals in der Nacht unterbrochen, sodass der Körper sich kaum erholen und neue Kraft sammeln kann.

11. Die sogenannte Morgenlatte ist wohl jedem von uns ein Begriff. Aber wer kennt die Schlaflatte? So wird die Erektion genannt, die Männer in der Nacht bekommen und das angeblich alle zwei Stunden. Was dahintersteckt, kann nicht genau gesagt werden. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass Männer, sollten, sie nicht Schnarchen, auch in ihren Träumen sexuell stark aktiv sind. Laut Experten handelt es sich hierbei vermutlich jedoch um eine Überprüfung des eigenen Körpers. Dieser testet sämtliche Funktionen und kommt dabei irgendwann am Penis an. Durch die Schlaflatte testet er nun, ob die Fortpflanzungsfähigkeit noch funktioniert.

Bilder: Titelbild - Urheber: valery_potapova / 123RF Lizenzfreie Bilder

Baby schläft - Urheber: alexsmith / 123RF Lizenzfreie Bilder

 
Tags: Schlaf
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